International Sex Workers’ Day


International Sex Workers’ Day
 

Deutschland zwischen Legalisierung und Entrechtung

Der 2. Juni gilt seit 1975, seit jenem tragischen Ereignis und die darauffolgenden solidarischen Ereignisse in Lyon, als International Whore’s Day bzw. Internationaler Tag der Sexarbeiter*innen. An diesem Tag stehen international Sexarbeiter*innen für ihre Rechte ein, demonstrieren und zeigen Flagge.

Ein wichtiger Tag auch in Deutschland, wo es ca. 2.170 zugelassene Bordelle und ca. 40.400, bei den deutschen Behörden gemeldete Sexarbeiter*innen (Quelle: 2020 destatis.de) gibt. Ein Großteil, über 32.645 kommen gar aus dem Ausland. Des Weiteren wird geschätzt, dass die Dunkelziffer weit über 400.000 Menschen betrifft und dem bezahltem Sex-Geschäft nachgeht. Nach Einschätzungen liegen täglich aktive Besucherzahlen, allein in Bordellen, bei über 1,2 Millionen Gästen.

Gesellschaftliche Stigmatisierung

Obwohl bezahlter Sex legal, reguliert und weit verbreitet ist, sowohl in Bordellen, Clubs, Hotels, Wohnungen oder speziell reglementierten Parkplätzen, so werden diejenigen, die sich für die Arbeit in diesem Sektor entscheiden, immer noch stark benachteiligt und in der Gesellschaft stigmatisiert. Die seit fast über 20 Jahren geltende Legalisierung des bezahlten Sex in Deutschland garantiert Escorts das Recht auf Hilfe, Rente und Sozialversicherung, löst aber nicht alle Probleme, wie Recherchen von Escort Advisor ergeben haben, der N° 1 Escort Bewertungsseite in Europa.

Heterogenes Umfeld mit vielen Pro & Contras

Die regionale Landesgesetzgebung kann die nationale Norm verschärfen. So ist m. u. nicht übergreifend bewusst, dass die Prostitution in einigen ländlichen Gebieten nicht erlaubt ist. Die Rechte von Begleitpersonen werden nicht anerkannt. Auf territorialer Ebene ergibt sich ein komplexes, heterogenes Bild.

Tatsächlich erleben weiterhin viele Sexarbeiter*innen täglich Stigmatisierung, Diskriminierung, Prekarität und haben mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen, um ihrer Arbeit nachzugehen. Das Vorhandensein rechtlicher und steuerlicher Rahmenbedingungen mag zwar eine gut gemeinte und notwendige Absicht sein, jedoch hat deren Umsetzung in den letzten Jahren viele Lücken und akute Baustellen aufgezeigt und verschleiert z. T. die nackte Realität. Notwendige Unterstützungen und konkrete Hilfen liefern diverse Verbände und Vereine, die in Deutschland aktiv sind. Sie sind täglich an der Front, um sich für die Rechte von Begleitpersonen und Sexarbeiter*innen einzusetzen.

Die Erhebung personenbezogener Daten von Begleitpersonen und deren Gästen (gesetzlich vorgeschriebene Tätigkeit) wirft Bedenken hinsichtlich der Erfassung, Verwahrung auf. Dies ist ein weiterer der von Branchenverbänden am meisten diskutierten und umstrittenen Punkte des Gesetzes.

Das nordische Modell als Alternative?

Das deutsche Gesetz besagt zwar, die Arbeit bei bezahltem Sex sei nicht unmoralisch. Damit stellt es einer der ganz wenigen Fälle in Europa das. Zeitgleich gibt es jedoch auch immer wieder diverse politische Vorstöße hinsichtlich einer Annäherung an das (sicherlich auch umstrittene) skandinavische „nordische Modell“, welches die Käufer von sexuellen Dienstleistungen, aber nicht die Prostituierte selbst, kriminalisiert.

Recht auf Selbstbestimmung. Sexarbeit ist Arbeit.

Deutschland kennt die Freiheit zur Selbstbestimmung in der Berufswahl und -ausübung an. Auf gesellschaftlicher Ebene sind dennoch weiterhin Anstrengungen für mehr Toleranz nötig: Sexarbeit bleibt für viele eine Randgesellschaft mit kriminellen Zügen.

Der Anspruch von Sexarbeiter*innen an Politik und Gesellschaft ist derselbe: Die Sexarbeit wie alle anderen Berufe anzuerkennen. Das Motto der Branche jährt sich im internationalen Sexworkers Day und lautet: „Sexarbeit ist Arbeit“. Der wirtschaftliche Aspekt zeigt einen Bedarf in der Gesellschaft. Die Umsatzzahlen sprechen Welten und sind in 10 Jahren, von ca. 6 Milliarden Euro (2004), auf über 15 Milliarden Euro (Quelle: Statistisches Bundesamt, destatis.de), angewachsen. Durch illegaler, krimineller Aktivitäten, dürfte die Dunkelziffer um einiges höher liegen.